Sicherheitsloch umgeht Sicherheitsfunktion im Windows XP Service Pack 2
Der Sicherheitsexperte mit dem Pseudonym http-equiv hat
erneut zwei Schwachstellen in Microsofts Internet Explorer aufgespürt,
worüber ein Angreifer eine weit reichende Kontrolle über ein fremdes
System erlangen kann. Darüber lässt sich auch eine mit dem Service Pack
2 für Windows XP eingeführte Sicherheitsfunktion aushebeln, die
eigentlich den Internet Explorer besser vor derartigen Attacken
schützen sollte.
Wie http-equiv herausfand, werden
Drag-and-Drop-Operationen immer noch nicht ausreichend genug geprüft,
obwohl Microsoft erst vor einer Woche
am 13. Oktober 2004 einen Patch veröffentlicht hat. Damit sollte die im
August 2004 bekannt gewordene und ebenfalls von http-equiv entdeckte
Drag-and-Drop-Sicherheitslücke eigentlich geschlossen werden.
Dennoch lassen sich Drag-and-Drop-Operationen von der Internet-Zone auf
den lokalen Rechner weiterhin von Angreifern ausnutzen. Der Internet
Explorer prüft in Webseiten eingebundene Bilder- und Multimediadateien
nicht korrekt, so dass ein Angreifer über eine präparierte HTML-Seite
beliebigen Active-scripting-Code in der "lokalen Zone" des Internet
Explorer auf einem fremden Rechner laufen lassen kann. Darüber ließen
sich zahlreiche Aktionen auf einem fremden System ausführen, um so eine
weit reichende Kontrolle darüber zu erlangen.
Mit dem Service Pack 2 für Windows XP hat Microsoft das Ausführen von
Active scripting in der lokalen Zone des Internet Explorer unterbunden,
um so eine Vielzahl von möglichen Angriffsszenarien im Vorfeld zu
unterbinden. Daher lässt sich das oben genannte Sicherheitsloch auch
nicht ohne weiteres auf Systemen ausnutzen, auf denen das Service Pack
2 für Windows XP installiert ist.
Allerdings umgeht das zweite von http-equiv entdeckte Sicherheitsloch
diese mit dem Service Pack 2 eingeführte Schranke, so dass das erste
Sicherheitsloch dadurch auch auf Systemen mit installiertem Service
Pack 2 zuschlagen kann. Im Zusammenspiel mit einem HTML-Help-Control
lässt sich das Sicherheitszonenmodell im Internet Explorer umgehen.
Dazu muss ein HTML-Help-Control auf eine präparierte Index-Datei (.hhk)
verweisen und schon lassen sich auf lokaler Ebene beliebige
HTML-Dokumente ausführen.
Auch vor diesen beiden Sicherheitslöchern kann man sich schützen, indem
man Activescripting im Internet Explorer deaktiviert oder eben auf
einen anderen Browser ausweicht. Microsoft bietet bislang keinen Patch
zur Abhilfe an.
(Quelle: www.golem.de)
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